Äh du hörst Metal und bist noch so jung – wie passt das denn?

Kein Witz, diesen Satz habe ich nicht nur einmal gehört! Mal ganz ehrlich Leute, das ist nicht unbedingt der beste Spruch um ein Gespräch an zu fangen geschweige denn jemanden anzuflirten!
Ich meine, ist zwar sehr schmeichelhaft das ihr mich so jung schätzt – welche Frau hört das nicht gerne aber was hat denn der Musikgeschmack mit dem Alter zu tun bitte? Klingt fast so als halte man Heavy Metal für einen “AlteMännerSport”!

Musikalische Entwicklung

Ich glaube ich muss mittlerweile nicht mehr erwähnen, dass Iron Maiden Lieblingsband ist. Auch wenn die Band selbst schon länger existiert als ich mir die Jahre auf den Buckel schreiben kann. Na und? Trotzdem gefällt mir die Musik, was bekanntlich nichts mit dem Alter zu tun hat.
Musikgeschmack entwickelt sich, man hört sich verschiedende Musikstile an, hört hier und da mal etwas an und bleibt irgendwann dann bei dem hängen, was einem am meisten zusagt, was die Freunde hören bzw. das Umfeld und man daran Gefallen findet. Natürlich wird man nicht geboren und sagt: ‘Bazinga, ich höre Metal. Und zwar nur Metal und nichts anderes!’ Aber nur weil ein Mensch jung ist oder jung aussieht und einen Musikstil mag bzw. sich gern Bands anhört, die es nicht erst seit gestern gibt, soltte man ihn nicht verurteilen. In den meisten Fällen haben sich diese Menschen, zu denen ich mich auch zähle, mit der Musik auseinander gesetzt.
Wenn ich 10 Jahre zurückdenke, habe ich alles andere als Metal gehört. Ich habe mich viel mit meinen damaligen Freunden getroffen, habe meine Wochenende genutzt um feiern zu gehen und Party zu machen und stand eher auf Musik zu der man tanzen konnte, über die man nicht nachdenken musste, sondern einfach nur den Kopf ausschalten konnte. Mein damaliger Musikgeschmack lag eher Richtung Elektro-, DupStep- & Popmusik. Es passte zu meinem Leben, ich konnte es einfach hören ohne mir Gedanken darüber zu machen. Ob es Popmusik war beim Auto fahren, wo man nicht großartig schwer verdauliche Kost möchte oder ob es im Club war, wo nach 1,2,3 Cocktails man einfach nur noch abfeiern und tanzen wollte bis in die Morgenstunden.
Klar, manche saugen Metal bereits mit der Muttermilch auf, aber so war es bei mir “leider” nicht, auch wenn ich mich heute frage: Was bitteschön hat die liebe Leah sich damals dabei gedacht. Aber ich schweife ab.

Von Gothic zu Metal – wobei man beides hervoragend kombinieren kann

Ich begann dann irgendwann meinen Hang zu allem Mystischen und Dunklen zu entwickeln. Fand sowohl den Kleidungstil als auch die Musik der Goths und den kompletten Lifestyle toll. Und ich meine jetzt nicht das Klischee, was leicht aufkommt: ‘Goths hängen nur auf Friedhöfen ab und celebrieren schwarze Messen!’ Nein, also mit schwarzen Messen haben Goths meistens nichts am Hut bzw. ich nicht. Gut, zum Teil nicht ein sehr großer Unterschied zu Elektro, wenn man nun von den wenigen Texten oder den härteren Tönen von Industrial mal absieht. Aber es wurde bei mir dann auch schon mal gerne ein wenig deftiger, mehr von “schrammenden” Gitarren, tieferen Stimmen und so weiter.
Als netten Nebeneffekt lernte ich neue Leute kennen, sich plötzlich kleideten wie sie wollten entgegen meiner alten Norm und sich nicht bzw. wenig davon beirren ließen was die Gesellschaft so über sie dachte. Denn nur weil sich jemand anders kleidet, ist das Innere ja nicht schlecht bzw. schlechter oder anders als bei Menschen die gern normale Jeans und Pulli tragen.


GothicBitch <3

GothicBitch <3


Lage Rede, kurzer Sinn: Ich fand Gefallen an dem Lifestyle, mein Kleiderschrank wurde kurzerhand entrümpelt und ebenso mein Musikregal. Ich unterschlage nun mal, was genau den Weg in den Papierkorb fand. Malt Euch im Kopf einfach üble Interpreten aus, die so um 2010 voll coooooool waren. Gefüllt wurde es dann mit Manson, Asp, [:Wumpscut:], Rammstein und Konsorten, nicht zuletzt durch die Einflüsse meines neuen Freundes. Ok, nun mögen wieder viele denken: Ok, ein klassisches Girl, was dann auf den Zug des Freundes aufspringt… Jop, denkt es ruhig, aber ich glaube das machen viele Männlein und Weiblein, die nicht sofort den gleichen Musikgeschmack haben. Wie kommt man den nun aber von Manson zu Iron Maiden, Kreator oder Amon Amarth?

Der mysterische Karton
Ja, ein Karton war Schuld. Der Böse… der Üble… der Verführer…! Nun es war die CD Sammlung meines Partners aus seinen “jungen Zeiten” Mitte der 90er (Mein Gott ist er alt… *Augenroll*) und er meinte: “So, die kommen nun alle mal endlich auf meinen Rechner…”!! Meine Güte, was kam denn da nun? Klänge, die ich noch nieeeeeemals hörte… Kreischende Menschen und man könnte fast das rythmische auf und ab des wallenden Haupthaares hören! Headbanger mit extasischen Luftgitarren Solos, mit Patches zu fast bunten Westen umgestalteten Kutten und die vollendete Form des Wortes “Bierkoma”? Blind Guardian, Iron Maiden, Helloween, Hammerfall, Kamelot, Sodom, Tankard, Cradle of Filth dröhnten mit einem Mal durch die Wohnung und ich verlor nun endlich meine musikalische Metal-Unschuld. Und letztendlich kam auch endlich das große Metal-Überwort: Wacken!

Wacken 2015 1.0

Klar, gehört schon länger und ebenso interessiert wie es dort abgeht auch. Aber es hatte bisher wegen Arbeit und Kohle und etc nicht wirklich geklappt dort hin zu fahren. Also war 2015 mein erstes Wacken und es war ein Wacken wie es nur so im Buche steht, voller Regen & Match & Gestank sowie Sonne & Sonnenbrand. Rain or shine. Oder auch beides innerhalb von 10 Minuten. Solch eine Schlammparty hatte ich noch nicht erlebt. Ich brauche also auch nicht erwähnen, dass ich darauf nicht vorbereitet war.
Aber was soll ich groß dazu sagen? Es war genial, gradios, mega, hammer, geil!!! Und wie sollte es anders sein, er war nicht mein letztes Wacken!
Von da an war Wacken ein ganz ganz fester Termin bei mir und lässt sich durch nichts, okay, (fast) nichts mehr wegdenken. Zelten war noch nie mein Ding, aber ich muss sagen: Wacken ist irgendwie anders. eine große Partyfamilie und das Zeltlager des “MetalpartyichreißdeinTippimitdBniederVolks”. Ich kann zwar nicht sagen wie es auf einem Summer Breeze, einem Party.San oder einem With Full Force ist, denn das lässt leider mein Terminkalender nicht zu, aber ich glaube: Es wird ähnlich cool sein. Das Metal Volk mag zwar laut, leicht alkoholisiert und “komisch” sein, aber es gefällt mir. Dort bin ich mittlerweile zuhause und fühle mich aufgehoben. Da ist es kuschelig warm, herzlich und die Männer sind noch richtige Männer, die im Angesicht ihres Blutes (hmmmm, lecker Blut!) entweder eine Frau oder ein Bierfaß Kilometer weit schleppen können. Manche auch beides zur gleichen Zeit.


Mit meiner Liebsten Alissa Noir <3

Mit meiner Liebsten Alissa Noir <3


Zu guter letzt…

Was ich Euch eigentlich damit sagen möchte: Auch ein Mädel wie ich kann mit einem Iron Maiden Bikini rumlaufen, Amon Amarth und Kreator Patches haben und dennoch “jung” sein. Die wenigsten Menschen hören ihr Leben lang nur einen Musikstil. Und egal weshalb jemand die Musik hört oder mag, egal ob er 15 Jahre alt ist und Iron Maiden mag oder 70 Jahre alt ist, wen interessiert es?! Ich wollte Euch einfach mal ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern wie ich es mir nun erdreisten kann in meinem jungen Alter Metal zu hören und dann noch von Bands wo die Bandmitglieder alle so um die bzw. über 60 sind. Iron Maiden ist kult, genauso wie Ozzy und Alice Cooper. Wie guter Wein, herrlicher Whiskey oder sonst was, was mit dem Alter nur besser wird.
Statt also mir die die Frage zu stellen: “Bist Du nicht ein wenig zu jung um das zu hören, weil die sind doch schon so alt und so!” sagt doch lieber: ‘Hey cool – du hörst auch Metal oder du hörst auch Maiden?! Gefällt mir, ich auch. Hast du einen Lielingssong, oder was ist dein Lieblingssong…’ Irgend so etwas in die Richtung.

In diesem Sinne, Cheers,

Leah

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